Ich hatte in den letzten drei Wochen die Möglichkeit, das AMILO Mini Ui 3520 von Fujitsu Siemens auf Herz und Nieren zu testen. Meine Eindrücke und welche Vor- und Nachteile das 399 Euro teure Netbook bietet, werdet ihr in diesem Artikel erfahren.

Immer mehr Hersteller drängen auf den Netbook-Markt und es kommt fast nur noch auf Kleinigkeiten an, die die Netbooks voneinander unterscheiden. Meist ist dies von der Akkulaufzeit, der Qualität des Displays, des Touchpads, der Tastatur und von dem verwendeten Massenspeicher abhängig. An welchen Stellen kann sich das AMILO Mini Ui 3520 also von der Konkurrenz absetzen und an welchen Stellen verliert es an Boden?
Der erste Eindruck, den man von dem AMILO Mini Ui 3520 hat, ist positiv. Es ist klein (232mm x 175mm x 35mm) und es gehört zu den leichteren Netbooks (ca. 1kg).
Damit entspricht es der ursprünglichen Philosophie der Netbooks: klein, leicht und mobil. Damit kann ich mich bestens anfreunden, denn das ist genau, was ich brauche. Doch gerade das Gewicht hat seinen Preis: der Akku besteht nur aus vier Zellen und dementsprechend kurz sind die Laufzeiten. Aber das Opfer müssen viele Netbooks hinnehmen. Beim S101 von Asus ist das nicht anders. Gewicht vs. Laufzeit ist einer der entscheidenden Punkte. Wie man sich entscheidet sollte, hängt zumeist davon ab, wofür man sein Netbook einsetzen will. Später mehr dazu.
Design
Mit seinen Abmessung von 232mm x 175mm x 35mm liegt das Netbook gut in der Hand und es lässt sich ohne Probleme in eine größerer Tasche stecken. Den Vergleich mit anderen Netbooks muss es nicht scheuen, auch wenn es etwas größer ausfällt als die Netbooks der Konkurrenz. Die Abmessungen des EEE PC 900 sind z.B. recht ähnlich, aber eben überall einen Tick kleiner: 225mm x 170mm x 34mm.
Besonders gut finde ich die Idee mit der austauschbaren Deckelblende. Im Prinzip kann man seinem Netbook damit jedem Tag einen neuen Look verpassen, ohne dass man umständlich an dem Netbook herumschrauben müsste. Die Deckelblende gibt es in fünf verschiedenen Farben: braun, blau, rot, schwarz und pink.
Das Design ist nicht so wild wie bei den meisten Konkurrenzprodukten, sondern die Linien sind mit Absicht etwas schlichter und zurückhaltender geführt, was das Netbook etwas seriöser wirken lässt. Mir gefällt dieses minimalistische Prinzip sehr gut. In diesem Aspekt liegt das AMILO Mini Ui 3520 in meinen Augen minimal vor der Konkurrenz, aber das ist ja bekanntlich Geschmackssache.
Keyboard
Das Design des Keyboards ist der Hauptkritikpunkt an dem Netbook. Die Tasten sind einfach einen Tick zu klein ausgefallen, oder meine Finger zu dick. ;) Ich habe beim Schreiben das Problem, nur eine Taste zu treffen und nicht gleich zwei oder drei. Aber das liegt sicher auch an der Übung, denn je länger ich mit dem Netbook gearbeitet habe, umso besser lief es mit dem Schreiben von Texten.
Der Druckpunkt ist sehr angenehm, kann aber das Manko der Größe auf keinen Fall ausgleichen. Wenn man etwas fester auf den mittleren Teil der Tastatur drückt, dann wippt die gesamte Tastaturoberfläche mit. Wie ich eben jedoch gelesen habe, soll dieses „Wippen“ ein Problem sein, dass in der Serienproduktion nicht mehr auftauchen wird.
Touchpad
Das Touchpad fand ich sehr gut, obwohl ich Touchpads normalerweise hasse und damit nicht sonderlich gut zu Recht komme. Aber die Maus reagiert sehr fein und genau auf die Bewegungen des Fingers und ich fand mich schnell mit der Steuerung zurecht. Das Touchpad ist nicht zu klein und nicht zu groß geraten, ich finde es in dieser Größe genau richtig. Die beiden Tasten sind seitlich neben dem berührungsempfindlichen Feld angebracht was für mich persönlich angenehmer ist, weil mein Notebook auf ein ähnliches System zurückgreift. Aber selbst wenn diese Anordnung neu für jemanden ist, sollte sie kein Problem darstellen. Die beiden Tasten befinden sich ungefähr auf derselben Höhe wie das Touchpad, was einen fließenden Übergang ermöglicht und letztendlich zu einer schnelleren Navigation führt.
Display
Mit 8,9 Zoll und einer Auflösung von 1024×600 Pixel bietet einem das AMILO Mini Ui 3520 den gängigen Marktstandart. Wenn man aber genauer hinschaut, ist man wirklich begeistert. Die Qualität des matten Displays ist wirklich extrem gut, nur der Rahmen um das Display herum irritiert ein wenig. Es wirkt, als wäre das Netbook eigentlich für ein 10 Zoll Display ausgelegt worden. Gerade im Vergleich mit einem 10 Zoll Netbook wird der Unterschied deutlich. Hier wurde etwas Platz verschenkt und durch den dicken Rahmen um das Display herum wirkt selbiges kleiner als es tatsächlich ist.
Wie gewohnt lässt sich das Display per Knopfdruck in verschiedene Helligkeitsmodi umschalten, wobei der hellste Modus fast schon blendet. Damit war es mir aber möglich, auch bei Sonneneinfall auf das Display ohne Probleme weiterzuarbeiten. Insgesamt ist das Display eines der besten, die ich je bei einem Netbook gesehen habe. Die Farben sind satt und die Konturen eindeutig. Die Bildqualität ist der größte Pluspunkt des AMILO Mini Ui 3520.
Hardware
Auch im Netbook von Fujitsu Siemens schlägt das Standart-Herz der momentanen Netbook-Generation: eine Intel Atom CPU mit 1,6Ghz und 1GB DDR2 RAM. Diese Power wird auch gut umgesetzt, denn ich bin beim meinen Tests nur selten an die Leistungsgrenzen gestoßen. Es sei denn, ich habe es provoziert. Aber bei den normalen Anwendungen, für die das Netbook ausgelegt ist, reicht die Leistungsfähigkeit absolut aus.
Während eines Stress-Tests stieg die Temperatur der beiden CPU Kerne auf maximal 47 Grad Celsius an. Damit ist auf jedem Fall noch gemütliches Arbeiten möglich, ohne das die Oberschenkel verbrennen ;). Was dabei aber angenehm auffällt ist die Lautstärke des Netbooks. Es ist nämlich fast gar nicht zu hören, selbst nach stundenlanger Vollaßt.
Ausgiebigere Benchmarks findet ihr auf notebookjournal.de
Akku
Beim Akku muss man kleine Einschränkung hinnehmen. Das Netbook wird mit einem vier Zellen Akku ausgeliefert mit dem eine Laufzeit zwischen maximal vier Stunden und bei normaler Auslastung drei Stunden möglich ist. Die Laufzeit variiert natürlich stark, je nach dem wie man das Netbook eingestellt hat und was für Arbeiten man damit erledigt. Für mich und meine Einsatzgebiete (Anreise und Heimfahrt zur Uni mit Bus und Bahn, Mitschrift in Vorlesungen) reicht die Akkulaufzeit vollkommen aus. Ich kam bei meinen Tests auf eine durchschnittliche Akkulaufzeit von 150 bis 200 Minuten, je nachdem was für Kurse in der Uni anstanden. Eine wirkliche Einschränkung ist das nicht, aber bei der Konkurrenz bekommt man teilweise etwas mehr geboten. Allerdings lässt sich dies ja ohne Probleme mit einem neuen, stärkeren Akku ausgleichen, der Mitte Dezember auf den Markt kommen soll.
Fazit
Klein, leicht, leise, leistungsfähig und das beste Display auf dem Netbook-Markt: das sind die großen Vorteile des AMILO Mini Ui 3520. Die Nachteile beschränken sich dabei auf die für Netbooks typischen Kinderkrankheiten: schwache Tastatur und eine mittelmäßige Akkulaufzeit. Das lässt sich aber beides gut verkraften, zumal die Akkulaufzeit mit drei bis vier Stunden nicht wirklich schlecht ist. Ich verzichte lieber auf die eine oder andere Stunde Laufzeit zugunsten des Gewichtes, weil es bei mir sowieso niemals der Fall sein wird, dass ich länger als drei Stunden mit dem Netbook am Stück arbeiten muss ohne das eine Steckdose in der Nähe wäre.
Die Leistungsfähigkeit des Netbooks entspricht dem Marktstandart und kann absolut überzeugen. Ich bin in den seltensten Fällen an die Leistungsgrenzen gestoßen.
Alles in allem kann ich dem Netbook eine Kaufempfehlung aussprechen. Vor allem für diejenigen, die auf der Suche nach einem kleinen, leichten, mobilen und leistungsfähigen neun Zoll Netbook sind.
Den Vergleich mit seinem direkten Konkurrenten, dem HP 2133 muss es nicht scheuen. Vor allem bei der Bildqualität ist es um Längen besser, muss sich dafür aber bei der Tastatur geschlagen geben.
Pro:
Bildqualität
Akkulaufzeit
Gewicht
Größe
Contra:
Tastatur
Die Technischen Daten:
Betriebssystem: Microsoft Windows XP Home Edition (SP3)
Chipset Intel 945GSE
Intel AtomN270 1.6 GHz, 533 MHz FSB
Arbeitsspeicher: 1024MB, DDR2
Festplatte: 60, 80 oder 120GB / 1,8Zoll
Bildschirm: 8,9 Zoll / LCD, non-glare
Auflösung: ) 1024 x 600
Auflösung extern: 2048 x 1536
Grafikkarte: Intel Graphics Media Accelerator 950
Anschlüsse: Video 1x VGA
Audio 1x line in / microphone in
1x headphone out
1x LAN (RJ-45)
Data 2x USB 2.0, 1x ExpressCard slot (34 mm)
1x 4-in-1 card reader (SD/SDHC, MS, MSPRO, MMC)
Power supply 1x DC-in
Integrated Bluetooth 2.1
LAN (Local Area Network) 10 / 100 Mbps
Built-in WLAN (Wireless Local Area Network) Yes
WLAN type 802.11b/g
WLAN max. connect rate Up to 54 Mbps
Audio chip Realtek ALC269
Boxen: 2x built-in speakers (1.5 W each)
Microphone Built-in digital microphone (2x microphones)
Webcam: 1.3 mega pixels webcam
Akku
4 Zellen, 14.4 V / 2200 mAh
Battery runtime (idle mode) Up to 4:25 hours
Battery runtime (Internet surfing over WLAN) Up to 2:35 hours
Battery charging time (idle mode) Up to 1:30 hours
Battery charging time (maximum active mode)8 Up to 1:40 hours
Battery charging time (off mode) Up to 1:20 hours
Lautstärke
Idle mode11 27.5 dBA / 0.46 Sone (silent mode off)
Maximum active mode12 30.5 dBA / 0.77 Sone (silent mode off)
Größe und Gewicht
W x D x H 232.4 x 175 x 29 (front) / 35.8 (back) mm
Weight ~ 1 kg
Bilder:
- 8,9 Zoll, 10 Zoll, 15,4 Zoll
- Seitenansicht, 15,4Zoll Lenovo R60e, Samsung NC10, AMILO Mini Ui3520
- 15,4Zoll Lenovo R60e, Samsung NC10, AMILO Mini Ui3520











1 comment
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Juli 23, 2009 um 7:06
kadrina
hm… strange